Pleomorphismus

Der Lehre Dr. Enderleins liegt das Denken des Pleomorphismus zugrunde, welches aussagt, dass der Mensch und jedes Tier intensiv in Rhythmik und Reaktionen mit der Natur verbunden ist und einem ständigen Wechsel unterliegt (pleo = vielfältig, morph = förmig). Andererseits steht der Mensch in einer innigen Symbiose mit einem „Urparasiten“ oder „Ursymbionten“, den sich zyklisch auf- und abwärtsentwickelnden Entwicklungsstadien des Pilzes Mucor racemosus (nach Enderlein Endobiont) und des Aspergillus Niger.
Der Endobiont, ein „lebendes Protein“, habe vor Jahrmillionen den gesamten Säugetierkreis „infiziert“ und dadurch sogar erst dessen Entwicklung ermöglicht. Die tiefen Entwicklungsstadien dieses Endobionten (Tiefvalenzen) erfüllen als hochmolekulare Eiweiße vitale Funktionen im lebenden Organismus. So gewährleisten sie verschiedene Stufen der Gerinnung, indem sie Eiweiße des Fibrins und auch die Thrombozyten bilden. Sie gewährleisten aber als Eiweiße auch Viskosität und Fließeigenschaften der Körpersäfte. Ferner bewirken sie auch als Eiweiß-Säure-Puffer die Säuren-Basen-Regulation.
Diese endobiontischen Entwicklungsphasen sind abhängig vom Milieu, in welchem sie vorliegen, vom Säuren-Basen-Haushalt, dem Spurenelement- und Eiweißgehalt. Das Vorliegen von Blockaden hemmt die Aufwärts- und Abwärtsentwicklung, wodurch die Dynamik und Anpassungsfähigkeit des Organismus vermindert werden.
In ihren Höhervalenzen bilden die Endobionten Bakterien und in ihrer Kulminante (höchste Form) Pilze, z.B. den Mucor racemosus, oder auch den Aspergillus niger.
Es bestehen aber noch weitere symbiontische Partikel, welche andere Zyklen der Entwicklung bilden und ihre Kulminante in anderen Pilzformen haben (z.B. Penizillien oder Candida).
Nach Enderlein sind alle Krankheiten der Menschen Ausdruck der Aufwärtsentwicklung der Tiefvalenzen zu Hochvalenzen, alle Krankheiten also Endobiosen und daher alle Krankheiten durch Milieu-Veränderungen zu behandeln. Einzig das Stoffwechselmilieu bestimme die Valenz des Endobionten, welcher ja in seiner Tiefvalenz nicht pathogen (krankmachend) und sogar notwendig sei.